Der Wecker klingelt, und du bist schon müde, bevor der Tag überhaupt angefangen hat. Dabei hast du eigentlich genug geschlafen.
Du stehst trotzdem auf, machst Frühstück, gehst zur Arbeit und denkst nebenbei an den Zahnarzttermin deiner Tochter und den leeren Kühlschrank. Nach aussen läuft alles, und wer dich fragt, wie es dir geht, hört ein «gut, danke».
Trotzdem fühlst du dich seit Wochen oder sogar Monaten ausgelaugt. Abends sitzt du auf dem Sofa und hast kaum noch Energie für Dinge, die dir eigentlich Freude machen. Irgendwann taucht die Frage auf:
«Eigentlich ist doch alles in Ordnung. Warum bin ich so erschöpft?»
In diesem Artikel erfährst du, welche Faktoren bei anhaltender Erschöpfung eine Rolle spielen können und mit welchen einfachen Schritten du deinen Alltag einmal mit anderen Augen betrachten kannst.
Ständig erschöpft, obwohl alles in Ordnung ist?
Viele Frauen, die sich dauernd erschöpft fühlen, zweifeln zuerst an sich selbst. Sie vergleichen sich mit anderen, die scheinbar alles mühelos schaffen, und fragen sich, ob sie sich einfach mehr zusammenreissen müssten.
Du darfst deine Erschöpfung ernst nehmen, auch wenn du keinen einzelnen Grund dafür nennen kannst.
Dass nach aussen alles funktioniert, heisst nicht, dass es dich nichts kostet. Gerade Frauen, die zuverlässig für andere da sind, merken manchmal lange nicht, wie viel Kraft ihr Alltag eigentlich braucht.
In meiner Praxis in Cham begegnen mir solche Erzählungen bei jüngeren Frauen genauso wie bei Frauen mitten in den Wechseljahren.
Müde trotz genug Schlaf: Wenn Erholung nicht mehr richtig ankommt
Müdigkeit kennen wir alle. Nach einer kurzen Nacht oder einem anstrengenden Tag sind wir müde. Mit Schlaf und Ruhe kommt normalerweise wieder mehr Energie.
Erschöpfung kann sich anders anfühlen.
Du schläfst und wachst trotzdem nicht richtig erholt auf. Ein freies Wochenende vergeht, und am Montagmorgen fühlst du dich beinahe so müde wie am Freitagabend.
Ein Bild, das viele Frauen sofort verstehen, ist ein Handy mit zu vielen offenen Apps. Du benutzt es gerade kaum, trotzdem wird der Akku leer, weil im Hintergrund ständig etwas läuft.
Bei uns Menschen kann es ähnlich sein. Die To-do-Liste im Kopf, die Verantwortung für die Familie, Spannungen bei der Arbeit oder die Sorge um die eigenen Eltern verschwinden nicht automatisch, nur weil du auf dem Sofa sitzt.
Dein Körper sitzt vielleicht still, während dein Kopf den Tag einfach weiterführt.
Möglicherweise lohnt es sich deshalb, nicht nur auf die Anzahl deiner Schlafstunden zu schauen, sondern auch darauf, wie oft du innerlich tatsächlich aus der Bereitschaft herauskommst.
Was kann hinter Erschöpfung bei Frauen stecken?
Bei Erschöpfung können verschiedene Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören beispielsweise länger anhaltender Stress, wenig erholsamer Schlaf, fehlende Pausen, Belastungen im persönlichen Umfeld oder Veränderungen in bestimmten Lebensphasen.
Auch Essen und Trinken geraten in einem vollen Alltag manchmal in den Hintergrund.
Und dann gibt es noch die Dinge, die wir selbst kaum mehr als Belastung wahrnehmen, weil sie längst zu unserem Alltag gehören.
Wenn deine Erschöpfung über längere Zeit anhält, neu auftritt oder du dir nicht erklären kannst, woher sie kommt, lass sie bitte ärztlich abklären. Deine Ärztin oder dein Arzt kann mit dir besprechen, welche Untersuchungen in deiner persönlichen Situation sinnvoll sind.
Sind die medizinischen Abklärungen unauffällig, kann das zunächst beruhigend sein. Gleichzeitig bleibt möglicherweise das Gefühl:
«Aber ich fühle mich trotzdem nicht wie sonst. Was kann ich noch für mich tun?»
Erschöpfung in den Wechseljahren: Wenn sich plötzlich etwas verändert
Rund um die Wechseljahre erzählen mir viele Frauen, dass sich ihre Energie verändert hat, ohne dass sie genau sagen können, wann es angefangen hat.
Der Schlaf wird vielleicht unruhiger. Du wachst nachts um drei Uhr auf und liegst plötzlich hellwach da. Dinge, die früher leicht gingen, kosten mehr Kraft.
Rund um die Wechseljahre verändert sich der Hormonhaushalt. Manche Frauen erleben in dieser Zeit unter anderem Veränderungen beim Schlaf, bei der Stimmung oder bei ihrem Energiegefühl.
Hitzewallungen müssen dabei nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Auch die Periode kann noch regelmässig kommen. Deshalb denken manche Frauen zunächst gar nicht an die Wechseljahre.
Wenn du solche Veränderungen bei dir wahrnimmst, kann es sinnvoll sein, sie auch bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen anzusprechen.
Was hilft bei Erschöpfung? Vier kleine Impulse für deinen Alltag
Du musst nicht gleich dein ganzes Leben verändern. Vielleicht beginnt es damit, einmal genauer wahrzunehmen, was dir Energie gibt und was sie dir nimmt.
Führe eine Woche lang eine Energie-Notiz
Notiere dir jeden Abend kurz, wann deine Energie an diesem Tag besonders tief war und was vorher passiert ist.
Vielleicht erkennst du nach einigen Tagen ein Muster. War es wirklich die Arbeit insgesamt? Oder fühlst du dich immer nach einem bestimmten Gespräch besonders ausgelaugt? Gibt es Tage, an denen du kaum richtig Mittag isst oder keine Pause machst?
Es geht dabei nicht darum, sofort eine Erklärung zu finden. Beobachte erst einmal.
Schreib deine Durchhalte-Liste
Was hältst du gerade «irgendwie noch durch»?
Schreib alles auf, was dir dazu einfällt, ohne zu beurteilen, ob es wichtig genug ist.
Manchmal steht auf dieser Liste etwas Grosses. Manchmal sind es zehn kleine Dinge, die einzeln kaum auffallen und zusammen trotzdem viel werden.
Schau dir deine Liste danach an und frag dich:
Gibt es eine einzige Sache, die ich diese Woche verändern, abgeben oder ansprechen könnte?
Eine reicht.
Gönn dir zehn Minuten ohne Zweck
Kein Handy. Keine Wäsche nebenbei. Kein «Ich könnte schnell noch …».
Setz dich hin, schau aus dem Fenster oder trink in Ruhe einen Tee.
Vielleicht merkst du dabei sogar, dass dir diese zehn Minuten schwerfallen. Im Kopf taucht sofort auf, was noch erledigt werden müsste.
Auch das darfst du einfach einmal beobachten.
Schaff dir einen Übergang am Abend
Vom Arbeiten direkt ins Familienprogramm, danach noch Haushalt und schliesslich ins Bett. Manche Tage haben kaum einen Moment dazwischen.
Ein kleines Ritual kann dich dabei unterstützen, den Tag bewusster abzuschliessen. Das kann ein kurzer Spaziergang sein, ein warmes Fussbad oder ein paar Minuten, in denen du einfach nur dasitzt.
Es muss nichts Grosses sein.
Such dir einen dieser vier Punkte aus und probiere ihn sieben Tage lang aus. Nicht perfekt und nicht alles gleichzeitig. Beobachte einfach, ob sich etwas verändert.
Kinesiologie und Vitalfeldanalyse in Cham: Wie ich mit erschöpften Frauen arbeite
Manchmal sitzt mir eine Frau gegenüber und sagt:
«Eigentlich ist nichts Schlimmes. Aber ich bin einfach nicht mehr ich selbst.»
Dann interessiert mich nicht nur, wie müde sie ist. Mich interessiert die ganze Frau. Wie sieht ihr Alltag aus? Was beschäftigt sie? Wo erlebt sie Anspannung? Und was ist in ihrem Leben vielleicht so selbstverständlich geworden, dass sie gar nicht mehr darüber nachdenkt?
In meiner Praxis in Cham verbinde ich dafür unter anderem Vitalfeldanalyse und Kinesiologie.
Die Vitalfeldanalyse nutze ich als ergänzenden Blickwinkel. Dabei betrachten wir verschiedene Bereiche, aus denen sich Hinweise für unsere weitere gemeinsame Arbeit ergeben können. Diese Hinweise sind nicht als medizinische Diagnose zu verstehen. Die Vitalfeldanalyse ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine medizinische Behandlung.
In der Kinesiologie beziehen wir den Muskeltest in die gemeinsame Arbeit ein. Er kann uns dabei unterstützen, Themen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und individuell weiterzuarbeiten. Das Tempo bestimmst du.
Diese Kombination schätze ich an meiner Arbeit. Die Vitalfeldanalyse kann Hinweise für unsere weitere Arbeit geben. In der Kinesiologie können wir diese individuell aufgreifen und gemeinsam schauen, was für dich gerade relevant ist.
Dabei gibt es kein fertiges Schema. Wir gehen Schritt für Schritt.
Ständig müde? Du musst nicht einfach weiterfunktionieren
Vielleicht trägst du gerade sehr viel. Vielleicht spielen hormonelle Veränderungen eine Rolle. Vielleicht sind es ganz andere Faktoren.
Und vielleicht weisst du im Moment selbst noch gar nicht, weshalb du dich so erschöpft fühlst.
Du musst die Antwort nicht schon kennen.
Wenn deine Erschöpfung anhält, ist eine medizinische Abklärung wichtig. Gleichzeitig darfst du auch deinen Alltag, deine Belastungen und dein eigenes Empfinden ernst nehmen.
Wenn du spürst, dass du schon lange nur noch funktionierst und dir wünschst, einmal in Ruhe hinzuschauen, begleite ich dich gerne.
In meiner Praxis in Cham nehmen wir uns Zeit dafür. Ohne Heilversprechen und ohne vorgefertigte Antwort darauf, was bei dir «falsch» sein soll.
Du möchtest nicht länger nur funktionieren?
Ich freue mich, dich kennenzulernen.
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